Aufgepasst: Nur noch wenige Tage kann man sich für die Fachtagung Freies Lektorat 2026 anmelden! Das Event mit dem Motto „SPRACHE.MACHT.VERANTWORTUNG.“ findet vom 18. bis 20. September in Ludwigshafen statt. Der Samstag voller Workshops und Austausch ist offen für alle Textschaffenden und Sprachmenschen.
Der Anmeldeschluss am 5. August rückt näher. Grund genug, eine Vertreterin des Orgateams zum Gespräch zu laden! Milena Fuchs aus der Regionalgruppe Berlin erzählt, warum sich die Reise lohnt, was Interessierte erwartet und was eigentlich ein Barcamp ist. Wer sich jetzt schon zur Teilnahme entschieden hat: Zur Anmeldung geht’s hier lang.
Das Thema der diesjährigen Fachtagung ist „SPRACHE.MACHT.VERANTWORTUNG.“ Was genau kann man darunter verstehen?
Wir haben uns angeschaut, was die Buch- und Medienbranche und uns als Lektor*innen derzeit beschäftigt. Beruflich ist das einerseits das Thema KI und andererseits die Frage: „Wie entwickelt sich Sprache?“ Momentan wird der Ton in der Politik und im Alltag doch deutlich rauer, daher ist das Thema „SPRACHE.MACHT.VERANTWORTUNG.“ nicht nur für uns Textarbeitende, sondern auch gesellschaftspolitisch relevant. Vor diesem Hintergrund haben wir überlegt: Vielleicht müssen wir da auch als Verband mal aus unserer Komfortzone rauskommen. Immerhin schafft Sprache Realität. Sprache hat also de facto Macht und wer Macht hat, hat auch Verantwortung. Das alles greift ineinander und ist dabei unglaublich facettenreich: Sprache drückt ja oft auch aus, wer im Machtgefüge wo steht. Wer sagt was? Und wer darf überhaupt was sagen? Damit kommen wir auch zu den viel diskutierten Themen Sichtbarkeit und Teilhabe.
Und wie spiegelt sich das Motto in den Workshops wider?
Für uns im Organisationsteam war wichtig, möglichst viele der angesprochenen Facetten auch im Programm abzubilden. Einer unserer Workshops zielt daher darauf ab, wie es sich anfühlt, wenn man durch Sprache ausgeschlossen wird. Ein anderer Workshop beschäftigt sich mit dem Thema „Unconscious Bias“: Welche Muster in der Sprache übernehmen wir unbewusst und reproduzieren damit vielleicht sogar Klischees und Vorurteile? In eine politische Richtung gehen wir mit einem Workshop, der sich der Frage widmet: Was mache ich, wenn Menschen Dinge äußern, die ich so nicht stehen lassen will, weil sie beispielsweise diskriminierend sind? Natürlich decken wir auch das Thema KI ab, insbesondere die Frage, wie wir als Lektor*innen damit umgehen können und ob wir damit überhaupt umgehen sollen. Wie wir auch an unsere Kundschaft kommunizieren können, wo der KI-Einsatz sinnvoll sein kann und wo man das Ganze noch mal überdenken sollte.
Wie sieht denn das restliche Programm der Fachtagung Freies Lektorat 2026 aus?
Der Samstagvormittag ist geprägt von Input: Der Impulsvortrag über das Titelthema stammt von Annette Sickert Karam, die auch Unternehmen für Diversity-Themen sensibilisiert. Danach laufen die besagten Workshops parallel. Nachmittags gibt es ein sogenanntes Barcamp – hier steht der Austausch im Vordergrund. Die Teilnehmenden sammeln im Laufe des Vormittags Themenvorschläge und die werden am Nachmittag in verschiedenen Räumen behandelt. Ein Barcamp ist kein Frontalvortrag: Bei diesem offenen Konzept geht es wirklich darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und bestimmte Themen zu diskutieren. Natürlich entwickelt man da keinen kompletten Aktionsplan für die nächsten 30 Jahre, aber man analysiert gemeinsam den Stand der Dinge und kann erste Schritte brainstormen, um Probleme zu lösen. Beim Barcamp muss man übrigens nicht zwingend die komplette Zeit über an einem Ort bleiben, sondern kann durch die verschiedenen Räume wandern und so in die unterschiedlichen Themen eintauchen.
Für unsere Mitglieder findet dann sonntags noch die Mitgliederversammlung mit wichtigen Abstimmungen statt, davor gibt es auch noch eine Infoveranstaltung zu einer dieser Abstimmungen.
Was mich zu der Frage führt: Können an der Tagung nur VFLL-Mitglieder teilnehmen oder ist sie offen für alle?
Die Fachtagung, also das Programm vom Freitag und Samstag mit Spaziergang, Workshops und Barcamp, ist offen für alle Interessierten. Auch die Mitglieder unserer Partnerverbände sind herzlich eingeladen, aber auch alle anderen Texter*innen, Übersetzer*innen sowie Sprachinteressierten aus anderen Bereichen. Die Themen der Workshops sind nicht aufs Lektorat limitiert, da geht es wirklich auch viel um grundsätzliche Fragen, die Menschen aus der Bücherbranche und Sprachschaffende in anderen Branchen derzeit umtreiben.
Wenn du Besucher*innen mit einem Satz von der Fachtagung Freies Lektorat überzeugen müsstest, was würdest du sagen? Was wäre dein Elevator-Pitch?
Puh (lacht). Vermutlich: So eine Fachtagung ist die perfekte Mischung aus beruflichem Input und dem Austausch mit Kolleg*innen und anderen Textarbeitenden. Gerade für uns Freiberufler*innen ist das eher eine Seltenheit, wir sitzen ja oft alleine zu Hause am Schreibtisch. Was gibt es da Schöneres als so eine Tagung?
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Mehr Infos und den Link zur Anmeldung findet man hier. Schnell sein lohnt sich, die Anmeldung läuft nur noch bis zum 5. August. Rabatt gibt es für alle Mitglieder des VFLL und seiner Partnerverbände. Die Fachtagung am Samstag, den 19. September, ist offen für alle Textinteressierten.
Redaktion: Cornelia Thoellden
Aufmacherbild: erstellt von Cornelia Thoellden
Milena Fuchs: Website und Profil im VFLL-Lektoratsverzeichnis
Mit gesellschaftlicher Verantwortung setzt sich im VFLL auch die AG Haltung zeigen auseinander. Warum, das beschreibt Jürgen Schreiber in diesem Blogartikel.
Das Thema KI beschäftigt den VFLL unter anderem in der neuen Mitgliederlounge „Zwischen Komma und Code“.
Für Vielfalt in der Gesellschaft und einen verantwortungsvollen Umgang mit Sprache hat sich der VFLL übrigens auch letztes Jahr auf dem WIR-Festival in Halle eingesetzt – und wird auch dieses Jahr wieder dabei sein!