Erläuterungen an einem Stand auf der Bildungsmesse didacta 2022 in Köln

Als freie Lektorin auf der Bildungsmesse didacta 2022

Die Bildungsmesse didacta hat, nach der pandemiebedingten Pause, im Juni wieder ihre Tore in der Kölner Messe geöffnet. Wie war es, nach der langen Zeit wieder auf eine Präsenzmesse zu gehen? VFLL-Kollegin Susanne von Ahn, die unter anderem Lehrmaterialien lektoriert, hat sich umgesehen.

Von Susanne von Ahn

Erster Eindruck beim Kommen am Morgen: Ist das leer hier! In früheren Jahren schoben sich schon früh am Tag die Leute durch die Gänge. Schon der Weg in die Hallen ist lang, da nur vier Hallen überhaupt belegt sind und davon drei teils hinten abgesperrt wurden, damit alles nicht noch trostloser aussieht. Mittags ist es an den wenigen Essensständen dann doch voll … und über den Tag füllt es sich zumindest ein wenig.

Zweiter Eindruck: Wer ist da und wer nicht? Schulbuchverlage muss man suchen. Klett fehlt ganz, der Stand von Cornelsen ist kaum zu finden, da winzig. Auch Westermann, Hueber und andere sind in deutlich geringerer Größe und mit wenig Personal präsent. Dafür füllen Schulverwaltungsplattformen nahezu eine ganze Halle. Auch jede deutsche Auslandsschule scheint jemanden nach Köln geschickt zu haben. Und am Rande geht es viel um Gesundheit und Ernährung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist gleich mit drei Ständen vertreten, die Bundeszentrale für politische Bildung glänzt ausgerechnet in Kriegszeiten mit Abwesenheit. Die gesamte Weiterbildungsbranche (Erwachsenenbildung) fehlt genauso wie Kongresshotels oder Universitäten sowie zahlreiche Konzerne, die sonst ihre Ausbildung vorgestellt haben. VW ist immerhin da. Wie immer ziemlich groß dabei: die Bundeswehr und die Bundesbank. Daneben kleinere Initiativen für Demokratie und der Verband für Waldbaden, aber auch der WDR und das Land NRW.

Termin zu spät im Jahr?

Dritter Eindruck: Die durchaus interessanten Diskussionen drehen sich letztlich um altbekannte Themen wie Bildungsgerechtigkeit und Future Skills – selbstverständlich immer (noch) aktuell. Pandemie (trotz vieler Gesundheitsinstitutionen vor Ort) und Krieg kommen so gut wie nicht vor. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mir den Bundeswehrstand nicht näher angeschaut habe. Vermutlich gab es dort doch einiges zum Kriegsgeschehen.

Vierter Eindruck: Die Gespräche mit den wenigen anwesenden VFLL-Kolleginnen waren wie immer konstruktiv und nett – und alle hoffen, dass es nächstes Jahr besser wird, wenn die didacta wieder früher (und damit vor den Schulbuchkonferenzen) stattfindet. Dann ist sie für die Verlagsentscheider*innen wieder wichtiger.

Und off-topic: Im Speisewagen auf der Rückfahrt fanden gleich drei Zoom-Konferenzen statt, zwei davon immerhin stumm, eine extrem nervig. Da hätte ich auch mit einem Glas Wein am Salon-Teamtreffen, das zu dieser Zeit stattfand, teilnehmen können …

 

Beitragsbild: © didacta
Foto: © Susanne von Ahn


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